Trägerwechsel

Am 01. Januar 2019 wurde das Marienstift von der Katholischen Kirchengemeinde St. Antonius auf das St. Lukas-Heim, in Trägerschaft des Caritasverbandes der Diözese Osnabrück, übertragen.

Relaunch der Marienstift-Webseite

In diesem Jahr wurde die Webseite des Marienstifts neu gestaltet.
Interaktive Inhalte und die volle Unterstützung mobiler Geräte sind Neuerungen, die bei der Umsetzung wichtig waren.
Hier werden auch aktuelle Ereignisse und Informationen veröffentlicht.

Schauen Sie sich um!

Andere Institutionen

Unsere Jugendlichen werden in öffentlichen privaten Betrieben oder überbetrieblichen Einrichtungen ausgebildet. Auch hier ist Informationsaustausch der Garant für eine optimale Förderung und Ausbildung der jungen Menschen.

Die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern nimmt einen großen Raum ein. Durch Hilfeplangespräche, Telefonate, Kriseninterventionen, Absprachen und Besuche bemühen wir uns, gemeinsam eine tragfähige Struktur für eine positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

Kindergärten und Schulen haben eine wichtige Rolle in der Lebenswelt unserer Kinder. Wir führen Gespräche mit Lehrern und Erziehern, treffen Absprachen, möchten uns in Krisensituationen gegenseitig stützen, besuchen Elternabende, Elternsprechtage, Feste und Feiern.

Manche Jugendliche fordern einen intensiven pädagogischen Rahmen in der Berufsausbildung. Hier bestehen Kontakte zu den Ausbildungsstätten der Johannesburg GmbH.

In manchen Fällen ist die Unterstützung durch die Kinder- und Jugendpsychatrie Aschendorf und das Psychologische Beratungszentrum erforderlich.

Bei manchen Kindern und Jugendlichen besteht sonderpädagogischer Förderbedarf. In diesen Fällen arbeiten wir mit den Einzeleinrichtungen des St. Lukasheimes, der Tagesbildungsstätte, dem Sonder- und Sprachheilkindergarten zusammen.

Kontakte bestehen auch zu den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden der Stadt Papenburg. Die Kinder und Jugendlichen können aktiv am Gemeindeleben teilnehmen und zu den Sakramenten geführt werden.

Wir nehmen die Beratung und Hilfestellung der hiesigen Agentur für Arbeit gern in Anspruch.

Qualitätssicherung

In unserer Einrichtung arbeiten etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Aufgabengebieten.

Durch eine sehr geringe Fluktuation verfügen fast alle über eine langjährige Erfahrung. Besonders bei den pädagogischen Fachkräften, in der Regel Sozialpädagog/innen und Erzieher/innen, ist die Bereitschaft Voraussetzung, sich mit den Problemen der Kinder und Jugendlichen auseinander zu setzen. Sie müssen in der Lage sein, selbstständig und eigenverantwortlich pädagogisch zu handeln, sowie die Fähigkeit besitzen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren. Die jeweiligen, zeitweise auch unvorhersehbaren Tagesgeschehnisse erfordern eine hohe Flexibilität des Einzelnen. Von besonderer Wichtigkeit ist ebenso die Fähigkeit zur praktischen Haushaltsführung, um Kinder und Jugendliche durch Anleitung auch in diesem Bereich zur Selbstständigkeit zu führen.

Damit professionell auf die jeweiligen Erfordernisse der Arbeit reagiert werden kann, wurden Verbindlichkeiten geschaffen, die die effektive Arbeit erleichtern und für die gegebenen Anforderungen unumgänglich sind:

  • tägliche Dienst-Übergabegespräche mit schriftlicher Niederlegung
  • 14-tägige Teamsitzungen mit Ergebnisprotokollen
  • monatliche Mitarbeiterbesprechungen mit Ergebnisprotokollen
  • zusätzliche monatliche „kleine“ Mitarbeiterbesprechung, die für jeweils eine pädagogische Fachkraft der einzelnen Gruppen verpflichtend ist
  • monatliche Supervision, durch externen Supervisor, nach Bedarf und Absprache als Gruppen-, Team- oder Einzelsupervision
  • Teilnahme an externen und internen Fortbildungen
  • Dokumentation über den Verlauf des Hilfeprozesses
  • Erstellung von Entwicklungsberichten und aktuellen Situationsberichten
  • Fortschreibung der EVAS-Bögen
  • Seit 1. Januar 2000 haben wir uns der EVAS-Studie des Instituts für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz angeschlossen. Durch halbjährliche Auswertung besteht die Möglichkeit, auf wissenschaftlicher Basis den effizienten Einsatz der bestehenden Ressourcen (Wissen, Personal, Anlagen, Mittel) unserer Einrichtung zu überprüfen. Dieses geschieht durch Erhebung und Präsentation relevanter Daten des Klientels zur Anamnese, zum Verlauf und zur Beendigung.

Betreutes Wohnen

Das Marienstift bietet 5 Plätze dieser Betreuungsform an. In ihr finden Jugendliche und junge Erwachsene (männliche und weibliche) Aufnahme, die mindestens 16 Jahre alt sind. In der Regel fehlen ihnen aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Situation noch Ressourcen, um den Alltag selbst zu strukturieren und akute Belastungssituationen zu bewältigen.
Lebensort für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die eigene Wohnung.

Wir arbeiten mit den jungen Menschen daran, folgende Kompetenzen zu erlangen:

  • Fähigkeit, den Alltag selbständig zu strukturieren
  • Bewältigung der Anforderungen in Ausbildung oder Arbeitsleben
  • Übernahme von Verantwortung für sich selbst und gegenüber anderen
  • Beziehungsfähigkeit
  • Konfliktbereitschaft
  • Problembewusstsein und aktive Problemlösung
  • verantwortlicher Umgang mit Finanzen und Behörden
  • Wichtig ist, dass die jungen Menschen in der Lage sind, sich selbst und ihre augenblickliche Lebenssituation realistisch einzuschätzen. Sie müssen ausreichende Motivation haben, diese Situation zu verbessern. Eine verbindliche Zusage des Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zur effektiven Mitarbeit ist Voraussetzung.

Die ambulante Betreuung erfolgt durch eine/n Diplom-Sozialpädagogen/in. Grundlage für die Betreuung ist der Hilfeplan sowie zusätzlich der Betreuungsvertrag, der zwischen den Beteiligten verbindlich vereinbart wird.

Übergreifender Dienst

Psychologischer Dienst
Die pädagogische Arbeit in den Wohngruppen und der Mutter-Kind-Wohngruppe wird unterstützt und ergänzt durch den Psychologischen Dienst (eine Dipl.-Psychologin). Je nach Problemlage begleitet er die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen von der Aufnahme bis zur Entlassung mit seinen Möglichkeiten der Diagnostik, Beratung und Intervention. Hierzu finden Methoden verschiedener psychologischer Schulen Anwendung, insbesondere personzentrierte, spiel-, verhaltenstherapeutische und systemische Vorgehensweisen.

Für jüngere Kinder steht ein größerer Therapieraum zur Verfügung, der mit unterschiedlichem Spielmaterial ausgestattet ist. Der Raum ist durch eine Schiebetür mit eingebauter Einwegscheibe trennbar und bietet somit die Möglichkeit der Beobachtung und Begutachtung.

Die Tätigkeit des Psychologischen Dienstes umfasst:

  • Psychodiagnostik (z.B. Leistungs-, Persönlichkeitsdiagnostik, Genogramm, entwicklungspsychologische Mutter-Kind-Diagnostik)
  • Therapeutische Interventionen bei Kindern und Jugendlichen (z.B. personzentrierte Spieltherapie, Verhaltenstraining etc.)
  • Angeleitete 1:1 Spielstunden für Mütter mit ihrem Kind als wöchentliches Angebot in Einzelstunden
  • Entspannungsverfahren
  • Problemorientierte Beratung der Gruppenmitarbeiter/innen und jungen Mütter
  • Teilnahme an Fall-, Teambesprechungen und Hilfeplangesprächen
  • Konflikt-, Krisen- und Entlastungsgespräche
  • Erstellung von psychologischen Stellungnahmen und Befundberichten
  • Fortbildung
  • Elterngespräche
  • Hausbesuche
  • Kooperation mit anderen Institutionen (Jugendämter, Schulen, Beratungsstellen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, etc.)
  • Teilnahme an Vorstellungs- und Aufnahmegesprächen
  • Konzeptionelle und organisatorische Arbeit

 

Leitung
Die Einrichtungsleitung ist für folgende Aufgabenbereiche verantwortlich:

  • Organisation der Einrichtung
  • Überwachung des Haushaltsplanes
  • Planung, Begleitung und Organisation des Betreuungsprozesses
  • Bedarfsgerechte Auswahl von Personal
  • Personalfürsorge
  • Außenvertretung
  • Konzeptionelle Planung und Weiterentwicklung
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Verwaltung
Die Verwaltung des Marienstifts übernimmt:

  • Schriftverkehr
  • Kostenabrechnung
  • Regelung von formalrechtlichen Angelegenheiten unter altersgemäßer Einbeziehung der Jugendlichen

Alltag in den Gruppen

In unseren drei Wohngruppen im Haus leben jeweils alters- und geschlechtsgemischt 8 Kinder und Jugendliche. Zielgruppe dieses Betreuungsangebots sind Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer häuslichen Situation in den meisten Fällen bereits gravierende negative Erfahrungen in ihrem Leben gemacht haben.

Die Koedukation in den Wohngruppen ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen, miteinander aufzuwachsen. Sie können lernen, sich auseinanderzusetzen, Rücksicht aufeinander zu nehmen und entwickeln so ein natürliches Sozialverhalten. In regelmäßigen Abständen finden Gruppengespräche statt, in denen die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit haben, Bedürfnisse zu äußern, Gruppenregeln zu erarbeiten und zu hinterfragen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Entscheidungsprozesse zu fördern und Verantwortung zu übernehmen.

Jede unserer Wohngruppen verfügt über einen eigenen Wohnbereich innerhalb des Haupthauses mit überwiegend Einzelzimmern, einer Küche, einem Esszimmer, einem Wohnzimmer, zwei Bädern, einem Computer- und Spielbereich sowie einem Bereitschaftszimmer.

Für weibliche Kinder und Jugendliche ab 13 Jahren besteht die Möglichkeit, ein Einzelzimmer außerhalb der Wohngruppe im Haupthaus zu bewohnen. Für die Mädchen bedeutet dies einen größeren Freiraum, den sie nutzen können, um sich in die Selbständigkeit einzuüben. Zu diesem Zweck steht den Jugendlichen eine separate Küche zur Verfügung, in der kleinere Mahlzeiten zubereitet werden können. Dies beinhaltet auch eine selbständige Verwaltung der dafür zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel. Die Beziehung zur Gruppe und zu den Mitarbeiter/innen bleibt gewährleistet.

Auf dem Gelände der Einrichtung befindet sich das Haus der koedukativen Jugendwohngemeinschaft für acht Jugendliche ab 14 Jahren. Das Haus ist mit Einzelzimmern ausgestattet. Es stehen eine Küche, ein Esszimmer, ein großes Wohnzimmer, ein Bereitschaftszimmer, 2 Badezimmer, ein Besucherzimmer, ein Freizeitraum mit Kicker u.ä. sowie ein Partyraum zur Verfügung.

Von den Wohngruppen, der Jugendwohngemeinschaft sowie der Mutter-Kind-Wohngruppe können weitere Räumlichkeiten der Einrichtung genutzt werden: eine gut ausgestattete Sporthalle, ein großer Spielraum, mehrere Besprechungs- und Besucherzimmer (z.B. für Elternbesuche), ein Werkraum, eine Bibliothek und das großzügige Freigelände, auf dem sich eine Rollschuhbahn, ein großer Spielplatz und ein Bolzplatz befinden.

Die einzelnen Gruppen gestalten ihre Freizeit aktiv: Kinder/Jugendliche und Erzieher/innen basteln, werken, backen, spielen und musizieren. Besonders die Wochenenden und die Ferien werden für gemeinsame Gruppenaktivitäten, wie z.B. Ausflüge, Radtouren, Schwimmen gehen etc. genutzt. Für solche Unternehmungen stehen den Gruppen mehrere Fahrzeuge zur Verfügung. Je nach Fähigkeiten und Neigungen werden die Kinder und Jugendlichen auch zu sportlichen Aktivitäten in den Sportvereinen angeregt. Viele Kinder besuchen einen Schwimmkurs, einige gehen in den Fußballverein, lernen Reiten, Trampolinspringen, Jazztanz, Badminton etc. Hierzu ist die zentrale Lage des Marienstifts von Vorteil. Kinder und Jugendliche, die sich für Musik interessieren, können außerhalb der Einrichtung ein Instrument erlernen oder am Chorsingen teilnehmen. Ein umfangreiches Instrumentarium steht dem Marienstift zur Verfügung. Ebenfalls besteht für die Bewohner/innen die Möglichkeit der Internetnutzung.
Die Kinder und Jugendlichen besuchen die örtlichen Kindergärten, Schulen und Ausbildungseinrichtungen. Es ergeben sich wichtige Kontakte zu Gleichaltrigen oder auch Familien. Wir bemühen uns, solche Außenkontakte zu unterstützen.

Jeden Sommer führen die einzelnen Gruppen Ferienfreizeiten durch, die jeweils ein intensives Erlebnis für alle Mitfahrenden sind. Wichtige Höhepunkte des Jahres sind gruppenübergreifende Feste des Jahreskreises.

In jeder Wohngruppe sind 4 Erzieher/innen und in der Regel ein/e Praktikant/in tätig, die in Teamarbeit eine kontinuierliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen gewährleisten. Jeweils ein/e Erzieher/in übernimmt die Nachtbereitschaft.

Schwerpunkte im Tagesablauf:

  • Hausaufgabenbetreuung
  • Einkäufe
  • gemeinsame Vorbereitung und Einnahme der Mahlzeiten
  • Begleitung bei Arztbesuchen
  • individuelle Freizeitgestaltung (Motivation und Begleitung)

Uns ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen sich bei uns angenommen und geborgen fühlen. So können sie die Gruppe als Gemeinschaft erleben, neue emotionale Erfahrungen machen und sich in ihrer Persönlichkeit festigen.

Pädagogische Zielsetzung

Ausgehend von der Lebensgeschichte und Lebenswelt eines jeden Kindes oder Jugendlichen entwickeln wir eine auf seine Persönlichkeit abgestimmte Hilfe. Durch viel Geduld und konsequent liebevolle Zuwendung im Zusammenleben mit ihnen ermöglichen wir den jungen Menschen eine neue Orientierung.

Der Arbeit im Marienstift liegt ein ganzheitliches Betreuungskonzept zugrunde, das durch Kontinuität und Zuverlässigkeit gekennzeichnet ist. Eine Beständigkeit der Bezugspersonen ist für die Kinder und Jugendlichen gewährleistet.

Je nach den individuellen Voraussetzungen eines Kindes oder Jugendlichen, seinen Ressourcen und Defiziten, können mit ihm gemeinsam unter anderem folgende Ziele erarbeitet werden:

  • Stabilisierung der Persönlichkeit
  • Einüben von Sozialverhalten, zwischenmenschlichen Kompetenzen
  • Konstruktive Konfliktlösung
  • Förderung der Tragfähigkeit der Beziehung zu den Eltern/zum Kind
  • Verselbständigung der Mutter
  • Förderung der Erziehungsfähigkeit der jungen Mutter
  • Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein für das Kind
  • Entwicklung von Zukunftsperspektiven

 

Um für und mit den Kindern und Jugendlichen individuelle Erziehungsziele zu entwickeln, finden in regelmäßigen Abständen Hilfeplangespräche statt, an denen die pädagogischen Mitarbeiter/innen, Jugendlichen, ihre Eltern oder Sorgeberechtigten und die Mitarbeiter/innen des Jugendamts teilnehmen. Dadurch wird gewährleistet, dass alle am Hilfeprozess beteiligten Personen über die gleichen Informationen verfügen und somit eine zielorientierte Arbeit möglich wird.

Die pädagogische Arbeit wird durch Teamgespräche, Mitarbeiterbesprechungen und Supervision begleitet und reflektiert.